Workin` People Play The Blues - Leverkusen 01.-03.05.2009

Workin` People play the Blues hiess es am vergangenen Wochenende in insgesamt 7 Locations in Leverkusen.

Veanstaltet wurde dieses Bluesfestival von Mitgliedern der Blues Community "www.bluesform.de", die zum Grossteil selbst aus Musikern besteht die den Blues spielen.

Das Organisationsteam des Forums war in den vergangenen Monaten sehr fleissig gewesen, hatte die 27 Bands und die Locations verpflichtet und sich um die Technik, Werbung, Sponsoren etc. gekümmert. Das Ergebnis liess sich mehr als sehen, obwohl man sich bei der ein oder anderen Veranstaltung mehr Besucher gewünscht hätte..

Zur Abschlussveranstaltung in Leverkusen/Rheindorf war auch einige BluesRoader/innen gekommen und lernten auf diesem Wege auch mal im "Real Life" einige der Menschen kennen die man durch die Liebe zum Blues bisher nur aus dem Netz kannte.

Beeindruckend war schon, was da alles an Technik aufgebaut und abgebaut wurde und wieviel fleissige Hände da kaum zur Ruhe kamen. Was dies angeht braucht man den Vergleich zu rein professionellen Veranstaltungen sicher nicht zu scheuen.

Den Auftakt machten die Leverkusener Stadtmusikanten, die zur Lebenshilfe Leverkusen e.V gehören. Ein Orchester das auch geistig behinderten Menschen die Möglichkeit bietet in der Gemeinschaft zu musizieren. Mit welchem Elan, Eifer und Lebensfreude gerade diese Leute auf ihren Instrumenten spielten war ein Freude und es machte einfach Spass ihnen zuzuhören, auch wenn der Blues nicht gerade im Mittelpunkt ihrer Darbietung stand.

Ich denke dass die Spenden die gesammelt wurden nicht besser angelegt werden können als in solch einem Projekt.. 

 

 

Mit einer kleinen Verspätung aufgrund der Umräumarbeiten kam dann das "BluesBureau" aus Essen ohne Umschweife zur Sache.

Mit "Wolle" Neuss am Bass, Marc Dorman und Helmut Wirz an den Guitars, sowie Winus Rilinger an den Drums richtig "fett" besetzt gings direkt "in die Vollen"

Ein bestens aufgelegter Udo Weinert als Leadsinger bewies, dass man nicht unbedingt im Delta oder Chicago geboren sein muss, um das richtige Feeling für den Blues zu entwickeln.

Schade war, dass der Sound nicht optimal abgemischt war. Eine etwas geringere Lautstärke hätte der Band und den Zuhörer sicher gutgetan.

So klang manches etwas verzerrt und hallte nach, was allerdings auch an dem nur zu einem Viertel besetzten Saal liegen könnte.

Diesen Eindruck hatte ich zumindestens.

Der "junge Wilde der Band", Marc Dorman bewies seine Fingerfertigkeit am Griffbrett bei seinen starken Solo und angetrieben durch das Drumming von Rilus Wininger "wummte" Blues Bureau so richtig rein.
Udo Weinert versteht es sowohl bei den bluesrockigeren  als auch bei den Slowblues-Stücken der Band seinen Gesang harmonisch in das Spiel der Band einzubetten.

Ob beim "Hoochie Coochie Man" oder bei "Bring It On Home" glänzt Udo sicher mit seiner kraftvollen Stimme in jeder Tonlage.

Feine Vorstellung und eine gelungene, komplexe Bandleistung des "Bureaus"

Der "Grand Segnieur", Wolle am Bass versah seinen Job mit der ihm eigenen stoischen Ruhe und versorgte die Band bestens mit seinen "Tieftönen".

Nicht nur dass er ein hervorragender Bassman ist. Er ist darüber hinaus ein sehr feiner Kerl an dem nix falsch ist auf dieser Welt..

Ja und was wäre ein richtiger "Guitarillo" ohne seine "Machoposen" ? :-)

Auch das beherrscht dieser Marc Doman und macht auch ausgiebig Gebrauch davon.

Da bei Blueskonzerten vorwiegend grauhaarige Herren in der ersten Reihe stehen und, zumindestens heute war es so (echt !!), im Hintergrund, in weisse Linnen gehüllte elfengleiche Wesen Ballettübungen absolvierten, was köstlich anzuschauen war, musste Marc auf das Zuwerfen von Bekleidungsstücken verzichten :-)

Demnächst also mehr "Groopies" an die Front meine Damen und Herren vom Orgateam !

Spass beiseite, der Mann kann was und liess es uns hören. Kompliment !

 

Danach betrat Peter Driessen & The Exciting Blues Express die Bühne im Saal Norhausen.

Ich muss zu meiner Schande gestehen dass ich Peter Driessen vorher noch nie live erlebt hatte und ich wurde auf das Angenehmste überrascht..

Mit dem erst 16jährigen Jan Schwarte als Sideman, Ecke Volk am Bass und Klaus Esser an den Drums lieferte der Mann eine superbe Vorstellung ab.

Auch der Sound stimmte jetzt und es kam alles sauber rüber.

Was Peter Driessen da auf seiner "Paula" fabrizierte liess einen ins Schwärmen geraten und hatte Klasse.

Dazu verfügt Driessen über eine richtig angenehme "Bluesröhre" die den Songs den richtigen Tiefgang verpasst und mit seinem Gitarrenspiel perfekt harmoniert.

Er gab auch dem jungen Jan Schwarte, der mit seiner eigenen Band schon am Vortag auf dem Festival gespielt hatte, selbstlos die Gelegenheit sich zu profilieren.

Peter Driessens Gebärdensprache beim Blues zeigte, wie sehr da einer mit seiner Musik verschmolz und es macht Freude ihm bei seinem Spiel zuzusehen, zuzuhören und seine Empfindungen nachzuvollziehen.

Für mich jemand, den ich mir auf meine zukünftige Konzertliste ganz oben hin setzen werde.

Klasse Vorstellung Herr Driessen !!

Ecke Volk, Gründungsmitglied des bekannten Trio Fafarello, weg von dieser Welt am Bass des Exciting Blues Express.

Unaufdringlich und voller Hingabe rundete er den Sound der Band ab.

Noch ein kleiner Schnappschuss von Peter Driessen.

Leider konnte ich den folgenden Auftritt  der Kris Pohlmann Band, die ich sehr schätze, aus zeitlichen Gründen nicht mehr erleben.

Hole ich aber nach, versprochen !

Zusammenfassend wäre zu sagen dass man dankbar sein muss, dass das Bluesforum.de die Initiative ergriffen hat ein solches Festival mit, das ist keinesfalls abwertend gemeint, Amateurbands in dieser Qualität auf die Beine zu stellen.

Es wäre zu wünschen, dass es auch in den folgenden Jahren ein Stück Kulturlandschaft wird und dem Blues und seinen heimischen Interpreten eine Gelegenheit gibt sich darzustellen.

Wer diese Klasse an Musikern aufbieten kann und über den Fleiss, das Durchhaltevermögen und den Ehrgeiz verfügt sowas aufzuziehen der wird auch Erfolg haben und mit grösserem Besucherandrang belohnt werden. Da bin ich mir sicher.

Ich möchte mich bei allen bedanken die dazu beigetragen haben dieses Bluesfest auf die Beine zu stellen.

Habt ihr super hingekriegt !!!