Grolsch Bluesfestival Schöppingen 2009 - Der Samstag

 

Als Allererstes möchte ich mal diesem Mann hier rechts, Richard Hölscher, und seiner Mannschaft für die professionelle Organisation und Durchführung eines Bluesfestivals gratulieren, das einfach nur gigantisch war.

Richard Hölscher und seine Crew hatten ein Line Up in Schöppingen zusammengestellt, das man auf allen angesagten europäischen Festivals suchen dürfte, ohne fündig zu werden. Dazu hatte man eine Atmosphäre geschaffen, in der man sich rundherum wohl fühlte.

Eine aufmerksame, jedoch sehr freundliche Security, liebenswerte und äusserst engagierte Helfer an den Bewirtungsständen und Techniker die für einen Sound sorgten, der einem mit der Zunge schnalzen liess.

Freundliche Besucher, saubere Toiletten, genügend Platz und rundherum gute Laune war angesagt und sorgte bei sonnigem Wetter für eine Festivalstimmung die einen einfach nur "selig" machte.

Wer im Vorfeld dachte: Oh, Bonamassa ist da, da fahr ich hin, den erwartete ausser einem gewohnt genialem Joe, eine vor Spielfreude explodierende Künstleransammlung, die ich bisher auf einem Festival noch nie erlebt hatte und die Überraschungen hervorbrachte, die einem das Blueswasser im Mund zusammenlaufen liess.

 

 

Mit unserer kleinen Truppe von der "Road", die sich im Laufe des Festivals immer mehr vergrösserte, kamen wir rechtzeitig zum Auftritt von Wolf Mail auf das Festivalgelände.

Was wir da zu hören kriegten klang schon so vielversprechend, dass wir erstmal direkt zur Bühne wanderten, um dem Mann aus Canada zu lauschen.

Mit Mikhael Vasiljef an den Drums und Eugeny Rinkevich am Tieftöner spürte man vom ersten Augenblick an mit welchem Feeling dieser "Weltreisende in Sachen Blues" seine Message in der Kombination von exzellenten Gitarrentönen und einer satten Bluesstimme rüberbrachte.

Als Opener eines Festivals, der sich seine Zuhörer, die so nach und nach erst auf das Gelände einströmten, erarbeiten muss, war das ein Klasseauftritt.

Was mir besonders gut gefiel: Der Mann hat seinen eigenen Stil und nennt ein hervorragendes Songwriting sein Eigen.

Zusehends füllte sich der Platz vor der Bühne und Wolf Mail kann sich die "Meriten" an die Brust heften, sein Publikum in eine Festivalslaune gespielt zu haben, die 2 Tage lang anhalten sollte.

Seine neue CD "Wolf Mail - Live Blues in Red Square" , bei einem Konzert in Moskau aufgenommen, bringt die Live-Atmosphäre eines Wolf Mail bestens rüber und wir werden sie euch im Forum und im Radio noch genauer vorstellen in nächster Zeit.

 

Moderatorin *Jazzy* Heike und unser Hörer Klaus wussten wohl schon nach dem Auftritt von Wolf Mail, dass nicht mehr viel schiefgehen konnte.

Beide Bluesselig !

Pünktlich, wie übrigens alle Auftritte an diesem Wochenende, betrat die "Dana Fuchs Band" die Rampe in Schöppingen.

Und was dann in den folgenden eineinhalb Stunden da abging, war alleine die Anreise wert..  Mannohmann !!!

Man mag sich darüber streiten, ob das astreiner Bluesrock oder Funk oder weiss Gott was ist, aber frei nach dem bewährten BluesRoad Motto:

"Wenns wummt isses Blues !!"

liessen wir die Dame unvoreingenommen an uns ran.

Und da brach ein Röhren aus der Kehle dieser äusserst ansehlichen Frontfrau heraus dass einem die Härchen an der vielzitierten "Gänsehaut" aufsprangen wie Stecknadeln.

Wahnsinn !!! Herrlich !!!!

Das war keine "Schicki Micki Truppe" die sich da auf der Bühne austobte sondern das waren Musiker per exellance, die einen Auftritt auf die Bühne des Bluesfestivals in Schöppingen legten, der sich gewaschen hatte.

Nie selbstverliebt, immer in Kommunikation mit ihrem Publikum, bewies diese Dana Fuchs, dass sie das Zeug dazu hat eine ganz Grosse zu werden.

Ihre Stimme ist so schwarz wie Ruhrbrikett und auch in den schwierigsten Passagen sicher und glaubhaft.

Wenn ich heute noch, nach 5 Tagen, an ihr "I`D Rather Go Blind" denke, kräuselt sich noch mein Herz zu einem vor Wohlwollen schmelzendem Bluesschwamm, der nicht genug davon bekommen kann, mehr davon aufzusaugen.

Oh Mann war das schön.

Etta James wäre in Tränen ausgebrochen :-)

Funkiger Rhythm&Blues war ansonsten die Parole und Dave Johnson an den Drums gab das Tempo vor.

Mit Whynot Jansveld am Bass und Ben Stivers am Keyboard ebenfalls hervorragend besetzt, lieferte die Band eine famose Performance.

John Diamond, Producer und Songwriter, der Bandleader und Leadgittarist der Band glänzte mit tollen, nie ausufernden Solo und hatte die Fäden in der Hand.

Die Jungs spielten die Sonne auf das Festivalgelände herunter und sorgten massgeblich für das BesteLaune-Gefühl, das sich während des Festivals ausbreitete wie eine Epedemie und anhaltend sein sollte.

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Herrlicher Sonnenschein und sehr angenehme Temperaturen sorgten dafür dass man Schöppingen 09 relaxt geniessen konnte.

Unverzeihlich dass wir dieses Festival nicht früher besucht hatten.

Schliesslich ist es bereits die 18. Auflage

Dann war 5Live mit Henrik Freischlader und Tommy Schneller angesagt !

Ich hatte Freischlader mit seiner Band schon des Öfteren live erlebt und war bestürzt als ich erfuhr, dass die ehemalige Stammformation sich getrennt hatte und er mit seinem Projekt 5Live neue Wege einschlug.

Ich muss mit Blindheit, oder besser gesagt Taubheit gestraft gewesen sein, denn wer gedacht hatte es geht jetzt etwas gemächlicher zur Sache auf dem Festival, der lag schief !!

Da marschiert dieses groovende "Zirkuspferd", im positivsten Sinne des Wortes, Tommy Schneller mit seiner Tröte auf die Bühne, Henrik schnallt sich die Klampfe um, Oli Gee schultert seine Brummwumme, Moritz "Mo" Fuhrhop klemmt sich hinter die Tasten und Mikey Neher richtet seine Drummachine Richtung "Wummatien" aus um die Post abgehen zu lassen, dass der "Christel" die "Unterhosen flattern".

Überall auf dem Gelände reckten sich die "Bluesohren" und eine Frage stand über dem Festival:

Wie geil ist das denn ????

Meine Bedenken mutierten im Rekordtempo zu Begeisterung.

 

Tommy Schneller, den ich vorher noch nie live erlebt hatte, war stimmlich und am Sax eine "Granate".

Auch isser so schien mir, wenn man bei dieser Formation überhaupt davon reden kann, der "geborene Bandleader". Mit Mordsspass an der Sache koordinierte er die Einsätze und lief zu grosser Form auf.

Das "groovte wie Sau", swingte dir den Hüftspeck weg und wenn Henrik seine Solo in unnachahmlicher Manier abfeuerte, injizierte die Band musikalisch pures Adrenalin in die begeistert mitgehenden Festivalbesucher.

Hach wat schön !!!!!

Mittlerweile waren auch unsere Hörer *Bluessister* Marita, *Legendsnooze* Uwe, *Stan* und *Ajax* eingetroffen und es war super sich mal im real Life zu treffen. Und wenn es dann bei so einem Event, das keine Wünsche offen liess, passiert, um so schöner.

Wir verstanden uns prächtig und es herrschte über das ganze Festival eine richtig schöne, harmonische "Gute Laune-Stimmung".

Bier war bestens temperiert, der Kaffe heiss, die Cola eiskalt: Perfekt !

Einziger Kritikpunkt:

Es waren schon Samstag ab 15 Uhr keine Brötchen zum Essen zu kriegen !!!!!!

Für den gemeinen, 2 einhalb Zentner Rheinländer eine Katastrophe !!!!!! :-)))))))))))))))))

Da muss nachgebessert werden Herr Hölscher !!

Aber ich bin sicher auch das schafft der Mann locker fürs nächste Jahr.

Tja wie kann man den ersten Tag noch toppen, bei alle diesen "Obersahne Acts" die man an diesem Samstag schon erlebt hatte?

Klar: Mit Joe Bonamassa !!!!

Und der setzte dann auch diesem ersten Tag in Schöppingen die sprichwörtliche "Krone" auf.

Joe hatte in den letzten 12 Monaten einen unglaublichen Karriereschub hinter sich und den hat er sich auch verdient.

Sein Imagewandel vom bisschen "verlottertem" Bluesrocker, der in 100 Personenclubs eingeschworenen Fans das Staunen ins Gesicht spielt, zum yuppiegestylten Professional der die Royal Albert Hall füllt, hat da sicher einiges dazu beigetragen. Der Wechsel in seinem Management hat da Früchte getragen.

Geblieben sind ihm trotzdem seine Genialität am "Griffbrett", seine Leidenschaft und Spielfreude.

Manche halten ihn für überheblich und vermissen die angebliche Nähe zum Publikum. Wer mit ihm ins Gespräch kommt, wird diese Meinung schnell ändern. Joe kann nicht ohne sein Publikum und das bewies er auch an diesem Abend.

Anfangs noch etwas kühl, liess er sich von den Beifallstürmen inspirieren und war "plötzlich drin".

Da war dann das "Feeling", das ihm so viele abstreiten, da kroch der Blues, auch wenn er im rockigen Gewand teilweise daherkam, in dich rein.

Und spätestens bei seinem "Sloe Gin" hörte man 2 Herzen pochen:

Das von Bonamassa und sein Eigenes.

Seine Akustikeinlage war atemberaubend.

Auch wenn man sie schon öfter bei Konzerten von ihm gehört hatte, ist immer noch dieses unglaubliche Staunen über die Kunstfertigkeiten dieses jungen Mannes zu spüren.

Das macht ihm keiner nach, wage ich zu behaupten !

Er bewies uns allen, dass er mit Recht in die Liga eines Clapton, SRV oder der "Kings" aufgestiegen ist.

Seine derzeitige Band mit Bogie Bowles an den Drums, Carmine Rojas am Bass und Rick Melick an den Keyboards taten das ihrige, Joes Auftritt richtig "fett" zu machen.

Ovationen waren der Dank für eine begeisternde, professionelle Show eine Ausnahmemusikers.

Ein sensationeller, perfekter 1. Festivalstag der nicht zu toppen schien. Aber da war ja noch:

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