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Schuld war nicht der Bossanova |
rockinxxl
Bluesroader
 

Dabei seit: 17.10.2008
Beiträge: 77
Name: Bernd Schulte Herkunft: Lünne
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| Schuld war nicht der Bossanova |
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Erst mal habe ich alle Beiträge gelesen und dann festgestellt das es einige Parallelen gibt.
Wann genau ich infiziert wurde kann ich nicht sagen, es muss aber schon in ganz frühen Kindheitstagen gewesen sein. Meine beiden älteren Schwestern hatten immer Musik an, entweder Radio oder Platte. Das war in den späten 50's. RocknRoll war angesagt, an bestimmte Musik kann ich mich nicht erinnern nur das es keine Schlager waren. In den 60's war ich auf einem Internat, musste ein Instrument erlernen, ich entschied mich für das Schlagzeug und bekam Unterricht bei einem älteren Schüler. Dann gewann ich bei einem Preisausschreiben einen Plattenspieler mit Boxen (DUAL) und brauchte nur noch Platten zum abspielen. Gekauft habe ich mir, soweit ich mich erinnern kann, etwas von den Rolling Stones. Im Internat waren natürlich auch ältere Schüler, bei denen drehte sich ganz andere Musik auf dem Plattenteller. Bei einem von ihnen hörte ich zum ersten mal etwas von Muddy Waters, Howlin' Wolf und anderen Blues-Klassikern. Hier begann wohl das was man als "Initial" bezeichnet. The Doors und Canned Heat wurden nun meine Helden. Nicht lange danach durfte ich in der Band des Mitschülers das Schlagzeug bedienen, wir versuchten uns an den Blues-Standards und traten zum ersten mal bei einer Schulveranstaltung in der Aula auf, ich weiss noch nicht mal mehr den Namen unserer Band. "Love like a man" von Ten Years After war unser großer Hit. In den 70's spielte ich weiter Schlagzeug in einer Lokalen Band, Bernd Michaelis hieß unser Frontmann und der forderte:"Blues and nothing but the Blues".
Aber Anfang der 70ger wollte keiner Blues hören und so kann ich mich erinnern, wenn wir irgendwo auftraten, hieß es immer:"ach die schon wieder mit dem Blues". Eine Anekdote fällt mit dazu ein. Ein junger Mann in unserer Stadt meinte das wir einen Manager brauchten und er diese Person sei. Seine erste Amtshandlung, er besorgte uns tatsächlich schon nach wenigen Tagen einen bezahlten Gig. Am Samstag fuhren wir zu dem angegebenen Ort und bauten uns in dem Saal auf.
Einige Fan's,Freunde und Freundinnen waren mitgereist. Als der Wirt uns dann beim Proben fragte welche Musik wir spielen wollen, dämmerte uns das irgendetwas nicht in Ordnung sein kann. Jemand kam mit der Zeitung und sagte:"Schaut mal was hier unter Veranstaltungen steht". Uns überkam das Grauen, stand dort doch tatsächlich das eine Tanzkapelle spielen würde. Wir haben unseren Gig durchgezogen, die meisten Leute die gekommen waren, um Schlager zu hören, waren schnell wieder verschwunden. Der Manager war nun ein Ex-Manager.
Ende 1972 ging es für mich über den großen Teich, zuerst nach San Francisco und dann nach Los Angeles. In dieser Zeit habe ich soviel Musik in mich aufgesogen wie nur geht. Habe alle Stätten aufgesucht die ich mit den Doors in Verbindung bringen konnte, mit Quicksilver Messenger Service als Roadie an der Westküste rauf und runter getourt (ich musste irgenwie Geld verdienen), Grateful Dead, Bob Mosley (ex Moby Grape), It's A Beautiful Day kennen gelernt. Höhepunkt meiner Reise waren zwei Monate im Hause Bob Hite im Topanga Valley. Sein Nachbar war damals Pee Wee Caryton. Heute stehen dort weder das eine noch das andere Haus. In Bob's Haus habe ich u.a. Mike Bloomfield und Joni Mitchell getroffen. Mit Bob Mosley stehe ich noch heute in Verbindung, habe ihn im November 2009 besucht. In der Zeit in Los Angeles habe ich verschiedene Blues-Musiker Live erlebt und einer ist bis heute mein Favorit: T-Bone Walker. Ich kannte seinen Namen vom hörensagen aber Live hatte ich ihn noch nie gesehen. Im Harvelle's in Santa Monica trat er auf. Er wurde durch einen sehr professionellen Mann angesagt, wie man eben einen Top Künstler ansagt, nur hatte ich das noch nie erlebt.Ganz große Show. T-Bone tat auf der Bühne mit seiner Gitarre dinge bei denen ich immer gedacht habe das Jimi Hendrix oder Chuck Berry sie erfunden hatten. Hinter dem Kopf spielen, mit den Zähnen die Saiten anreißen, komische Gangarten zelebrieren (Duckwalk)und allerlei Faxen machen. Schon wie er seine Gitarre spielte war sehr beeindruckend, er hielt sie beinahe Waagerecht vor seiner Brust. Die Leichtigkeit mit der er spielte, es sah so aus als ob er die Saiten kaum berührte und doch kam ein satter Sound aus dieser Gitarre. Auf dem Weg zurück und Tage danach habe ich die Leute in meiner Umgebung wohl sehr genervt am Ende haben sie mir eine LP von T-Bone geschenkt.Ich durfte sie mir dann ganz alleine Tagelang anhören.
1973 ging es zurück nach Deutschland. Beruf erlernen, die bundesrepublikanische Landesverteidigung brauchte meine Hilfe, dann weiter im Beruf und Familie gründen. Eines habe ich nie aus den Augen verloren: den Blues.
Als dann 1997 die Ems-Vechte-Welle an den Start ging sah ich meine Chance gekommen die Liebe zum Blues mit anderen zu teilen. So sende ich nun seit 1997 Blues über den Äther. 2006 habe ich beim Moulin Blues Festival Johnny Mastro kennen gelernt und wir haben uns angefreundet,heute mache ich das Booking/Management für ihn in Europa. Im Oktober habe ich auf der Legendary Blues Cruise weitere Freundschaften knüpfen und vertiefen können. Lonnie Brooks und Lil' Buck Senegal sind zwei davon und eine weitere sind CAFE R&B. Am 23.Mai 2010 werden sie beim 19.Grolsch Blues Festival auftreten. Ich bin ganz Fest davon überzeugt das sie sehr viele Freunde in Deutschland finden werden, diese Band ist einfach nur KLASSE!.
Diese junge Band zu sehen und zu hören sagt mir:"Der Blues lebt".
the Blues is alright and don't forget to Boogie!
Bernd
ps
Hound Dog Taylor, diesen Musiker hätte ich sehr gerne kennen gelernt.
Bernd
rockinxxl hat diese Bilder (verkleinerte Versionen) angehängt:
__________________ Gruß 'n Blues
Dieser Beitrag wurde 5 mal editiert, zum letzten Mal von rockinxxl: 15.08.2010 12:26.
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03.04.2010 19:25 |
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